Den Intimbereich als Frau richtig rasieren

Auch wenn „Natur pur“ langsam aber sicher wieder etwas mehr in Mode kommt, die meisten Frauen und auch Männer mögen es eher glatt. Schnittverletzungen sind eher selten und meist absolut harmloser Natur, dennoch ist es sinnvoll, mit Vorsicht an die Rasur im Schambereich zu gehen. Da die Haut dort sowohl beim Mann als auch bei der Frau sehr empfindlich ist und leicht mit Irritationen wie Hautrötungen und Pickeln reagiert, hier unsere Tipps für die perfekte Rasur:

  • Scharmhaare sind relativ lang. Gerade bei einer erstmaligen Rasur im Schambereich ist daher eine gute Vorarbeit unerläßlich. Hautreizungen entstehen vor allem bei der Naßrasur, je häufiger eine Hautpartie bearbeitet werden muss und je fester der Druck, desto mehr wird die Haut belastet. Zudem verstopfen lange Haare die sehr eng beieinander stehenden Klingen von Naßrasierern, was das Vorhaben unnötig verkompliziert. Das Zauberwort heißt Trimmen, je kürzer die Haare vor der Naßrasur, desto einfacher und mit weniger Zügen gestaltet sie sich. Hier leistet ein handelsüblicher Langhaarschneider (trocken, ohne Rasierschaum, Haare nicht angefeuchtet) gute Dienste, entweder mit dem Aufsatz auf der niedrigsten Stufe oder ohne Aufsatz. Letzteres erfordert etwas Fingerspitzengefühl, gerade im Bereich der Schamlippen und Hoden. Finger weg von Scheren!
  • Im Gegensatz zum Langhaarschneider arbeitet ein Naßrasierer bei feuchten, weichen Haaren effektiver. Vor dem Einschäumen mit Rasierschaum sollten der Schambereich gut mit Wasser angefeuchtet werden, am einfachten geht das unter der Dusche. Idealerweise mit etwas kühlerem Wasser, das beruhigt gleichzeitig Irritationen durch das vorangegangene Trimmen und strafft die Haut.
  • Nicht mit Rasierschaum sparen, insbesondere bei Herrenrasierern ohne Gelkissen für bessere Gleitfähigkeit, die für die Rasur im Intimbereich nicht optimal sind. Ob Rasiergel oder Rasierschaum, ob Produkt für Männer oder Frauen, bleibt jedem selbst überlassen, alle haben eine gute Gleitfähigkeit. Für Anfänger ist Gel tendenziell besser geeignet, weil es die Sicht auf den gerade rasierten Hautbereich weniger verdeckt.
  • Um Pickel zu vermeiden, immer in Wuchsrichtung der Haare rasieren. Ein Naßrasierer richtet die Haare leicht auf und zieht sie vor dem Abtrennen minimal noch oben. Wird gegen den Strich rasiert, werden die Haare dadurch ein winziges Stück unterhalb der Hautoberfläche abgetrennt. Beim Herauswachsen besteht dann die Gefahr der Pickelbildung. Halb so wild, die Pickelchen treten gerade bei der ersten Rasur fast immer auf, jucken aber oft etwas und sind optisch wenig ansprechend. Entscheidend für den Erfolg ist eine scharfe Rasierklinge, dann bleiben trotz Rasur in Wuchsrichtung auch keinerlei Stoppeln zurück. Bleiben kleine Stoppeln zurück, ist das entweder ein Zeichen für den falschen Rasierer oder stumpfe Klingen.
  • Niemals Rasierer mit „Protector Klingen“ verwenden. Diese Rasierer haben winzige querlaufende Bügel über den Klingen, die Verletzungen verhindern sollen. In der Theorie nett, in der Praxis sorgen diese Rasierer für ein schlechtes Ergebnis, die Reinigung ist durch Haare die sich zwischen Klinge und Schützbügeln einklemmen unnötig kompliziert. Mit Vorsicht und etwas Geduld sind Verletzungen auch mit normalen Naßrasierern so gut wie ausgeschlossen.
  • Die Hautpartien die gerade rasiert werden sollten möglichst glatt sein, also immer straff ziehen. Das gilt bei Frauen insbesondere bei den äußeren Schamlippen sowie dem Übergang zu den inneren Schamlippen, wo sich gerne ein paar Haare verstecken. Für Männer gibt es einen sehr effektiven Trick: Den Hoden mit kaltem Wasser abduschen, dann zieht sich die Haut von selbst zusammen und die Rasur ist viel konfortabler möglich als bei einem schlaffen Hodensack.
  • Reste von Rasierschaum unbedingt abwaschen und nicht nur wegwischen, sie reizen die Haut unnötig. Zur Nachbehandlung empfielt sich ein „After Shave“ Produkt ohne Alkohol oder eine normale Feuchtigkeitslotion. Vorsicht bei Bodylotions mit hohem Fettanteil, sie fördern die Pickelbildung.
  • Anfangs empfielt es sich, nach der Rasur einige Stunden oder besser einen Tag mit dem Sex oder Oralverkehr zu warten. Körperflüssigkeiten wie Speichel, Sperma und Vaginalsekret, kombiniert mit Reibung, irritieren die durch die Rasur ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogene Haut und erhöhen das Risiko der Bildung von Pickelchen. Nach einiger Zeit gewöhnt sich die Haut an die regelmäßige Rasur, aber Anfänger sollten diesen Rat, auch wenn es schwer fällt, beherzigen. Wenn die Haut hinterher juckt und brennt, vergeht schnell die gerade entdeckte Lust an der Intimrasur.
  • Vorsicht bei der Rasur im Bereich des Damm und Anus. Für ein optisch rundes Ergebnis schön, aber einwachsende Haare verkapseln sich hier gerne zu Furunkeln (große, tiefsitzende Pickel). Auch die am Anus recht häufig vorkommenden externen Hämorrhoiden werden durch eine Rasur schnell verletzt, was zu unangenehmen Entzündungen und Blutungen führen kann. Anfangs kann ein Spiegel gute Dienste leisten, führt zwar zu gewissen Verrenkungen, aber blindes Rasieren ist für Anfänger besonders verletzungsträchtig.